http://danielkeppler.com

mein Blog über Guatemala und SEO

Täterin wird Opfer von Lynchjustiz – 3 Komplizen entkommen

Alltag in Guatemala: Eine Frau und drei Männer wollen einen Bus überfallen, doch die Insassen setzen sich recht brutal zur Wehr. Während die beiden Männer flüchten können wird die Frau Opfer von Lynchjustiz. Keiner von den Tätern hatte mit der Gegenwehr der Fahrgäste gerechnet. Diese nahm das Gesetz gleich selbst in die Hand.

Nur knapp dem Tod entronnen

Von der wütenden Menge wird die junge Frau ausgezogen, mit Benzin übergossen und fast verbrannt. Mit freiem Oberkörper sitzt Aljandra Maria Torres am Boden – verängstigt, geschlagen und gedemütigt, den Kopf eingezogen, den Oberkörper mit den Armen bedeckt. Sie ist völlig erschöpft und ihr Oberkörper ist bereits von dunklen Flecken gekenzeichnet. Drohend steht die Menschenmenge um sie herum und baut sich vor ihr auf.

Örtliche Medien bestätigen, dass die Frau mit Komplizen einen Bus überfallen wollte. Die Männer verschwanden, die blonde Frau, Alejandra Maria Torres hingegen wurde von den wütenden Fahrgästen angegriffen. Sie zogen ihre Kleidung aus und schlugen immer wieder auf sie ein. Dann übergoss die Meute die Frau mit Benzin und zündete sie an. Die Polizei war zur Stelle, bevor Aljandra Maria Torres brannte. Die Gerettete wurde zunächst im Krankenhaus behandelt und dann ins Gefängnis gebracht.

Kein Einzelfall! Laut den Berichten der Medien fielen solchen Attacken von Lynchjustiz in diesem Jahr schon 219 Menschen zum Opfer. Davon überlebten 45 die Angriffe nicht.

Mutmaßlicher Mörder gelyncht

Erst vor einer reichlichen Woche wurde ein Verdächtiger gelyncht. Er soll einen Mord begangen haben. Laut Polizeiangaben habne die Dorfbewohner den Mann gefasst, auf einen Platz gezerrt, mit Benzin übergossen und angezündet. Es war innerhalb von nur einem Monat der vierte Fall von Lynchjustiz.

Wenige Tage vorher waren drei Verbrecher in einem anderen Dorf ebenso verbrannt worden. Besonders in abgelegenen Dörfern in Guatemala nehmen die Bewohner immer öfters das Recht in ihre Hand und verlassen sich nicht auf das Urteil der Polizei. Viele sind auch einfach wütend, weil die Polizei übergebene Verbrecher innerhalb kürzester Zeit wieder laufen lässt. Das stärkt natürlich nicht das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei und in die Gerichte.

Lynchjustiz gegenüber Entführern und Mördern

Am 5. Dezember wurden drei Menschen in der Indio-Gemeinde im Norden Guatemalas mit dem Namen Chichol gelyncht. Die drei sollten einen Busfahrer zunächst entführt und dann ermordet haben.

In Guatemala ist es an der Tagesordnung, dass vermeintliche Täter gelyncht werden. Oft gibt es jedoch nur einen vagen Verdacht, manchmal trifft es auch völlig Unschuldige. Dass die Menschen so hart kämpfen, hat einen Grund: Erst 1996 wurde in Guatemala der Bürgerkrieg beendet. Jahrelang wurden die von den Maya abstammenden Teile der Bevölkerung unterdrückt. Das erzeugt ein hohes Aggressionspotenzial, welches gegenüber Straftätern häufig ausbricht. Experten berichten, dass besonders in den Indio-Gemeinden in Guatemala das Phänomen der Lynchjustiz um sich greift.

ähnliche Beiträge:

Wenn dir unser Beitrag gefallen hat, setze doch einen Link auf diesen Beitrag. Hier ein Code Beispiel:

<a href="http://danielkeppler.com/2009/taeterin-wird-opfer-von-lynchjustiz-3-komplizen-entkommen/">Täterin wird Opfer von Lynchjustiz – 3 Komplizen entkommen</a>

Leave a Reply