http://danielkeppler.com

mein Blog über Guatemala und SEO

Verrückte Welt

Verrückte Welt: Während in Guatemala die arme Bevölkerung immer öfters die Justiz gegenüber Verbrechern selbst in die Hand nimmt, feiern italienische Facebook-Nutzer und ihre Freunde und Fans den Angriff auf den Papst und die Täterin als Heldin. Ähnliche makabere Äußerungen gab es bereits nach dem Berlusconi-Attentat.

Tathergang und Hintergründe

vatikanEine verwirrte Frau hat vor zwei Tagen, am Heiligen Abend, den Papat Benedikt XVI. angegriffen. Dieser wurde zu Boden gestürzt und ein weiterer Kardinal wurde schwer verletzt. Zu diesem Vorfall bilden sich jetzt im Internet richtige Fangemeinden und Newsgroups, die die Angreiferin Susanna M. als Helding feiern. Schon in den ersten Stunden jubeln 150 Internet-User über den Akt der Gewalt, indem sie sich in die entsprechende Facebook-Gruppe eingetragen hatten.

Nach dem Angriff auf Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi waren die Reaktionen ähnlich überschwänglich. Auch hier waren innerhalb kürzester Zeit Gruppen aktiv, die einen gewissen, wenn auch makaberen Kult um den Angreifer propagiert haben, indem sie ihn zum Beispiel als „modernen Helden“ feierten.

Verbot von Gewaltverherrlichung online schwer durchsetzbar

Besonders antikirchliche Gruppen, welche unmittelbar nach dem Attentat auf den Papst ins Leben gerufen wurden, bezeichnen die Angreiferin als „Siegerin im Hürdenlauf“. Sie überwand vatikanische Sicherheitsmaßnahmen und sprang über eine Absperrung, um den Angriff am Heiligen Vater zu vollziehen. Klar, dass die italienischen Politiker diese Gruppen, die die Gewalt derart verherrlichen, soforort verbieten wollen. Doch das ist ja in sozialen Online-Netzwerken bekanntermaßen nicht ganz einfach.

Der italienische Minister für das Regierungsprogramm, Gainfranco Rotondi, bezeichnete das Eröffnen und Führen solcher Gruppen im Internet als „Dummheit“ und forderte einen sofortigen Stopp. Ebenso vertrat ein Senator aus der Partei Berlusconis die Meinung, dass niemals ein Online-Netzwerk zur Gewaltverherrlichung dienen sollte. Der Hass in der Gesellschaft müsse endlich gestoppt werden, so Berlusconi selbst nach dem Angriff auf seine Person, aber er bezog sich dabei auch auf das neuerliche Attentat gegenüber dem Papst. Auch das Verbreiten von Lügen und der Extremismus müsse endlich aufhören, sagte der italinienische Regierungschef.

Nicht mehr ganz so kritisch steht es indes um den französischen Kardinal Etchegaray, der weiterhin in einer römischen Klinik behandelt wird. Der Vatikan teilte mit, dass es dem Betroffenen den Umständen entsprechend gut gehe.

In wieweit sich die Angreiferin vor einem Gericht für ihren Angriff auf den Papst verantwrten muss, ist noch nicht geklärt. Die Frau ist geistig verwirrt und wurde zwar nach der Festnahme durch die Polizei des Vatikans verhört. Angeblich habe sie den Heiligen Vater nur umarmen wollen, deshalb ist noch unklar, ob Anklage erhoben wird. Kirchenrechtlich wird geklärt, ob die Frau als Katholikin durch den Zwischenfall mit einer Exkommunion bestraft wird.

ähnliche Beiträge:

Wenn dir unser Beitrag gefallen hat, setze doch einen Link auf diesen Beitrag. Hier ein Code Beispiel:

<a href="http://danielkeppler.com/2009/verrueckte-welt/">Verrückte Welt</a>

One Response to “Verrückte Welt”

  1. Ludwig sagt:

    Wenn man bedenkt, wieviel Macht der Pabst hat und wieviele Menschenleben er retten könnte indem er z. B. Kondome als etwas gutes bezeichnen würde und somit tausende von Menschenleben retten könnte, kann man einen gewissen Unmut über solche “Vorbilder” gut verstehen.

Leave a Reply