Warum braucht Deutschland eine neue Gesundheitskarte?
Datenschützer monieren, dass Google persönliche Daten von Nutzern auswertet und manipuliert, Webmaster überlegen, ob sie Analytics aus ihren Webseiten entfernen sollten, weil Abmahnungen und Ungemach drohen.
Ungeachtet der Blüten, die der Datenschutz in Deutschland – teilweise unberechtigt – treibt nimmt die neue Gesundheitskarte Formen an. Der „gläserne Patient“ so titeln Medien zu diesem Produkt. Unter dem Deckmantel, man wolle mehrfache Untersuchungen und damit Kosten vermeiden, wird die Karte propagiert. Reichen Röntgenpässe und andere Unterlagen von Patienten nicht mehr aus, um zu prüfen, welche Untersuchung notwendig ist? Müssen Diagnosen von studierten Ärzten von medizinisch ungeschulten Mitarbeitern der Krankenkassen angezweifelt werden?
Fakt ist: Auf der Karte werden alle Krankheiten des Betreffenden offen gelegt. Eingetragen werden auch mögliche später auftretende Erkrankungen, Erbkrankheiten. Hat ein Familienmitglied Rheuma, so hat die nächste Generation ein höheres Risiko, auch zuerkranken. Genauso verhält es sich mit Krebs, gutartigen Geschwüren, multipler Sklerose, Schizophrenie, Depressionen, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Demenz… Jetzt kommt aber erst das Problem: Die Betriebsärzte haben bei der Einstellung des potentiellen Arbeitnehmers Zugriff auf dessen sämtliche Daten. Das heißt, wird ein Chef jemanden einstellen, der vielleicht einmal multiple Sklerose bekommen kann? Oder der wegen einer Krebserkrankung oder Behandlung in der Psychotherapie länger ausfallen könnte? Wohl eher nicht. Und es ist anzunehmen, dass zukünftig der Gesundheitszustand des künftigen Mitarbeiters eine größere Rolle spielen wird als seine fachliche Eignung. Paragraph 1 des Grundgesetzes? Fehlanzeige. Keiner fragt hier nach der Würde des Menschen und der Gleichbehandlung.
Ein weiteres, noch größeres Problem aber ist die Pharma-Lobby. Mit der gläsernen Gesundheitskarte ist es nämlich möglich, mit einem einzigen Knopfdruck Daten aus einzelnen Bundesländern zu sammeln. Ist in Bayern die Schweinegrippe häufiger als anderswo? Prima, dann muss die Pharmaindustrie nur noch viel Impfstoffe für Bayern produzieren. Ist sie in Thüringen vielleicht nicht aufgetreten? Auch prima, dann liefert die Pharmaindustrie schnell mal ein Virus aus, damit die wunderbaren (teuren) Medikamente dort auch benötigt werden!
So kann man natürlich gezielt seine Gewinne im Vorfeld planen. Dies sind jedoch Fakten, die die Verantwortlichen verschweigen. Angesichts dieser schweren Vorwürfe ist das Einsenden des eigenen Passbildes für die neue Gesundheitskarte ein winziges Datenschutzproblem, auch wenn Verbraucherschützer und Verbände abraten.
Wie transparent müssen wir sein? Und fragen wir uns doch einfach mal, wer hat denn einen Nutzen aus dieser – völlig überflüssigen und teuren – neuen Gesundheitskarte? Für mehr Transparenz von Menschen und „Kunden“ lesen Sie auch den Beitrag zu RFID.
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Hallo,
Ihre Aussage “Fakt ist….” ist einfach nur falsch. Jeder Bürger bestimmt, was auf der Karte drauf ist und was nicht. Es gibt keine zentral gespeicherte Daten. Jeder kann die Karte auch einfach wegwerfen. So, wie man ein Rezept oder Röntgenbild auch wegwerfen kann. Dann fängt man wieder bei Null an. Bis auf de Kosten, die bis dahin schon enstanden sind.
mfg
Bernd