Achtung – Gratis SMS





Wir können uns folgende, ganz alltägliche Situation einmal ganz einfach vorstellen: Ein ganz herkömmlicher deutscher Verbraucher (lat. germanus consumentus) sitzt nichts ahnend vor seinem PC und surft auf der Suche nach aktuelle Handy Angebote, am Besten mit dazu passendem Vertrag, im Internet und stößt nach kurzer Zeit auf auffällige Werbung zu “Gratis SMS”.

Sind Gratis SMS wirklich kostenlos?

Nach kürzester Zeit stößt der bis zu diesem Zeitpunkt gänzlich mobiltelefontechnisch Unbeleckte auf in extra großen, fett gedruckten Lettern geschriebene Schlüsselwörter wie „Gratis“ und „SMS“, welche in Kombination beim Leser ebenjener Wortgruppe sofort die antrainierte Reaktion – kostenlos, d. h. das will ich – hervorrufen. Woran sind jedoch jene magischen „Gratis SMS“ gekoppelt?

Rechnet man ein übliches Angebot eines herkömmlichen Telefonanbieters einmal nach, so stellt man fest, dass man zur „Gratis SMS“ einen monatlichen Grund- oder Festbetrag rechnen muss. Dieser ist zu bezahlen, egal ob ausgeschöpft oder nicht. Natürlich erwähnt das keiner in der Keyword-Kombination. Beim selben Anbieter darf man also im Vergleich zum üblichen SMS Preis phänomenale 3ct pro SMS weniger vertippen.

Das klingt zunächst lukrativ, schaut man jedoch, trotz des scheinbar guten Angebots noch ein wenig weiter, stellt man fest, dass andere Anbieter generelle SMS–Preise von 5ct weniger anbieten. So kommt man bei genauerer Überlegung zu dem Schluss, dass einem 150 „Gratis SMS“ im Monat, was umgerechnet einen SMS–Umsatz von ca. 5 SMS am Tag vorraussetzt, nichts nützen, wenn man nur selten SMS schreibt.

Halten nicht, was sie versprechen

Dieses Pheromonpräparat deutscher Telekommunikationsgesellschaften, die „Gratis SMS“ ist demzufolge eine Angebotsform, die mit äußerster Vorsicht und gründlichem Vorüberlegen behandelt werden sollte. Aus Sicht der Mobiltelefonanbieter ist diese Schlagwortgruppe je-doch eine gute Lockform, um Kunden zur Nutzung eigentlich unlukrativer Vertragsbindungen zu bewegen.

Allgemein kann man online davon ausgehen, dass 90 % der als „Gratis“ gekennzeichneten Leistungen, Waren oder ähnliche Angebote immer mit versteckten Haken versehen sind. Logisch ist dies auch, da es in der heutigen Gesellschaft unmöglich ist, Angebote zu stellen ohne selbst einen wirtschaftlichen Eigennutzen in jedweder Form daraus ziehen zu können. Ein Beispiel dafür ist die Gratis-SMS.





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