Steckbrief Fertighäuser





Das Fertighaus als Energiesparer. Fertighäuser sind energieeffizient. Je nach den verwendeten Dämmstoffen und Dämmstärken zeichnen sie sich durch zum Teil extrem niedrigen Heizenergieverbrauch aus. Die gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen die meisten Fertighäuser spielend. Fertighäuser bestehen weitgehend aus Holz. Manche Hersteller verwenden zusätzlich auch konventionelle Mauerwerksmaterialien wie Ziegel oder Leichtbeton, um die Wärmespeicherfähigkeit der Häuser zu verbessern. Denn aufgrund der Leichtbauweise neigen Fertighäuser dazu, sich bei einfallendem Sonnenlicht sehr schnell aufzuheizen, aber auch rasch wieder auszukühlen, sobald das Haus im Schatten liegt.

Großes Plus des Fertighauses: kurze Bauzeit
Viele Bauteile werden bereits vorgefertigt, das führt zu erheblich kürzeren Bauzeiten im Vergleich zu einem Massivbau (statistisch gesehen komplett fertig in 10 Monaten statt 28 Monate bei konventionellem Bau). Je nach Konstruktionsweise und Wetter steht ein Einfamilien-Fertighaus mit Fenstern, Türen und Dacheindeckung in wenigen Tagen auf der Bodenplatte.
Da weder Beton noch Zement verwendet werden, entsteht keine Feuchtigkeit wie beim Massivbau, bei dem das Mauerwerk erst noch monatelang austrocknen sollte. Durch die kurze Bauzeit wird auch die finanzielle Doppelbelastung von Miete und Darlehenszinsen beziehungsweise Darlehenstilgung entkräftet.

Selbst um Bodenplatte kümmern
Achtung: Um Keller, Bodenplatte, Aushub etc. müssen Sie sich i.d.R. selbst kümmern. Rechnen Sie das zur Bauzeit dazu!

Ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis
Ein Fertighaus ist i.d.R. durch seine vorgefertigten Bauelemente günstiger im Preis. Oft wird ein Fertighaus mit modernen Heiz-, Lüftungs- und Energietechnologien inklusive angeboten. Darüber hinaus kann durch die standardisierte Fertigung gleichbleibende Qualität gewährleistet werden.

Freiwillige Qualitätskontrollen
Viele Fertighaushersteller unterziehen sich freiwillig objektiven Qualitätskontrollen. Achten Sie auf das RAL-Gütesiegel oder Siegel der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau.

Weniger Baustopps
Dadurch, dass die Wand-, Boden- und Dachkonstruktion in wenigen Tagen steht und ansonsten nur noch Innenarbeiten ausgeführt werden, gibt es bei Fertighäusern weniger Baustopps auf der Baustelle, z.B. durch schlechtes Wetter.

Alles aus einer Hand
Fertighaushersteller bieten die Möglichkeit, alle notwendigen Leistungen aus einer Hand zu beziehen. Für den Bauherren entfällt damit der mühselige Koordinationsaufwand, verschiedene Anbieter unter einen Hut zu bringen. Ansprechpartner ist ein einziges Unternehmen, wodurch die Gefahr minimiert wird, dass die Kosten aus dem Ruder laufen.
Achtung: Prüfen Sie genau den Umfang der angebotenen Leistungen! Fragen Sie nach Erschließung, Aushub, Keller/Bodenplatte sowie Ausbauzustand! Schlüsselfertig heißt nicht unbedingt einzugsbereit!

Individuelles Fertighaus
Die Entscheidung für ein Fertighaus fällt vielleicht leichter, wenn man es im Voraus in einem Musterpark besichtigt. Das ist besonders interessant, wenn dort Modelle verschiedener Hersteller nebeneinander stehen. Fertighäuser sind nicht mehr unbedingt ein Produkt von der Stange. Häufig wird auf die Wünsche des Bauherren eingegangen. Fragen Sie genau nach, mit welchen Mehrkosten individuelle Lösungen verbunden sind!

Zusatzkosten inklusive?
Den Grundstückskauf müssen Sie i.d.R. selbst organisieren, manchmal vermittelt der Fertighaushersteller Ihnen auch ein Grundstück mit der Auflage, mit ihm zu bauen. Die Kosten rund um den Grundstückskauf werden in den Angeboten der Fertighaushersteller nicht berücksichtigt.
Prüfen Sie, ob wichtige Planungsleistungen wie statische Berechnung, Baugrundgutachten, Entwässerungsplanung, Wärmebedarfsberechnung, Vermessungsleistungen oder die Genehmigungsplanung sowie Anschlusskosten für Gas, Wasser, Strom, Kanal und auch Aushub und Keller/Bodenplatte in den Vertragsvereinbarungen beinhaltet sind, so dass diese Leistungen nicht extra bezahlt werden müssen. Beachten Sie die angebotene Ausstattung, nicht dass die bei der Bemusterung ausgesuchten Fliesen den Preis in die Höhe treiben!

Absicherung vor dem Pleiterisiko
Sollte der Fertighaushersteller während der Bauphase oder der Gewährleistungszeit in Konkurs gehen, kann es für den Bauherren oder Hausbesitzer unangenehm werden. Im Regelfall bezieht der Bauherr alle Leistungen aus einer Hand – und zwar aus der des Fertighausherstellers. Das damit verbundene Risiko sollte nicht unterschätzt werden, denn mit dem Konkurs verlieren Sie auch die Gewährleistung. Mit der Auftragsvergabe des Bauherren an etablierte Markenhersteller lässt sich dieses Risiko verringern. Bei der Wahl des Herstellers sollte deshalb auf nachweisliche Referenzen geachtet und der Vertrag entsprechend dem Ernstfall gestaltet werden.

Schallschutz
Durch eine offene moderne Bauweise kann ein erhöhter Schallschutz nötig sein. Achten Sie besonders bei tragenden Holzbalkendecken auf eine gute Trittschalldämmung, da diese im Vergleich zu massiven Decken stärker zu Schwingungen neigen. Auch bei den Innenwänden sollten schalldämmende Maßnahmen nicht fehlen.

Festigkeit der Wandkonstruktionen bei Möblierung
Ein Fertighaus besteht aus Trockenbauwänden. In der Regel ist die letzte Schicht zum Wohnraum eine Gipskartonplatte. Probleme können dabei bei der Inneneinrichtung z.B. durch Hängeelemente entstehen. In einem Fertighaus müssen Spezialdübel verwendet werden und besonders schwere Elemente sollten direkt mit der Holzständerkonstruktion verankert werden.

Qualität der Raumluft
Die Raumluftqualität in den Innenräumen ist in hohem Maß abhängig von den verwendeten Materialien. Fragen Sie genau nach, welche Materialen für Wände, Decken etc. verwendet werden sollen und informieren Sie sich über Schadstoffgehalte, Empfindlichkeit gegen Feuchtigkeit, Wärmespeicherfähigkeit etc..Viele Fertighaushersteller bieten technische Lösungen an, z.B. für eine automatische Raumentlüftung oder eine Raumluftbefeuchtung.





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Leserstimmen

1 Stimme zu “Steckbrief Fertighäuser”
  1. Imogen sagt:

    Wir sind mit unserem Fertighaus total zufrieden – sinnvoll ist aber eine Besichtigung der verschiedenen Modelle in einem Musterpark.

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